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BUND Leipzig

Leipzig steigt aus - wir helfen den Stadtwerken aus der Kohle!

Leipzig steigt aus!

Worum geht's?

Gerade verhandeln die Stadtwerke Leipzig mit dem Kraftwerk Lippendorf darüber, aus der Fernwärme auszusteigen. Ein Fernwärme-Ausstieg ist wichtig, denn nur so steigt Leipzig endgültig aus der Kohle aus.

Unser Ziel ist es, der Stadt und  den Stadtwerken zum endgültigen  Kohleausstieg zu verhelfen. Daher gibt es die Kampagne Leipzig steigt aus! Im Rahmen der Kampagne möchte BUND Leipzig möglichst viele Bürger*innen dazu bewegen, Absichtserklärungen zu schreiben. 

Was können Sie tun?

Auch Sie möchten, dass Leipzig kohlefrei wird? Dann zeigen Sie  Oberbürgermeister Burkhard Jung, dass Sie hinter einer Entscheidung für den Fernwärme-Ausstieg stehen.

Erklären Sie Ihre Absicht, dass Sie

1. als Bestandskund*in der Stadtwerke nicht kündigen werden

oder

2. als potenzielle Neukund*in, zu den Stadtwerken wechseln würden

wenn Leipzig aus dem Fernwärme-Vertrag mit dem Kohlekraftwerk Lippendorf zum Jahr 2023 aussteigt.

Warum ist das wichtig?

Im Dezember 2018 verkündete der Oberbürgermeister Burkhard Jung: Leipzig lässt den Versorgungsvertrag mit dem Kohlekraftwerk Lippendorf auslaufen und steigt aus der Fernwärme aus. Nun sind die Stadtwerke in nichtöffentlichen Verhandlungen mit dem Kraftwerk.

Das Kraftwerk Lippendorf hat den siebthöchsten CO2-Ausstoß - in der gesamten EU!

90 Prozent der Bürger*innen in Deutschland halten den Klimaschutz für eine dringliche Aufgabe, die vor Ort umgesetzt werden muss.

Daher ist es wichtig, Entscheidern Mut für den Ausstieg aus der Fernwärme zu machen. Helfen Sie Oberbürgermeister Burkhard Jung, die richtige Entscheidung zu treffen - für Leipzig und für Leipzigs Zukunft. 

Machen Sie mit!

Schreiben Sie Ihre Absichtserklärung an die Stadtwerke - und sorgen Sie dafür, dass Leipzig in Zukunft mit "kohlefreier" Wärme versorgt wird.

 

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So helfen Sie den Stadtwerken aus der Kohle

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Leipzig Erneuerbar

FAQ

Zum Kohleaustieg der Leipziger Stadtwerke

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Was bringt meine Unterschrift unter der Absichtserklärung?

Zum einen zeigt man damit, dass eine erhebliche Zahl der Kunden der Leipziger Stadtwerke sich von ihrem Strom- und Wärmeversorger wünscht, dass diese Versorgung nachhaltig und im Einklang mit einer lebenswerten Zukunft sowie dem Pariser Klimaabkommen steht. Dadurch wird ein nicht unerheblicher politischer Druck aufgezeigt und den Stadtwerken eine weitere, wirtschaftlich begründete Entscheidungsgrundlage zur Hand gegeben.

 

Die Gewinne der Stadtwerke unterstützen die Finanzierung des ÖPNV in Leipzig, heißt das, dass hier klimafreundliche Wärmeversorgung gegen klimafreundlichen Verkehr steht?

In der Tat ist die Investition in ein neues Kraftwerk erst einmal eine erhebliche Summe. Allerdings lohnt sich diese Investition, da die Stadtwerke dadurch, dass sie ihre Fernwärme selbst produzieren mehr Gewinne erwirtschaften können. D.h. es steigt die Gewinnspanne im Betrieb und die Kosten für die Unterhaltung einer Überland-Wärmeleitung entfallen. Die Gewinne der Stadtwerke könnten so und durch die Kraft-Wärme-Kopplungs-Förderung durchaus ähnlich hoch wie jetzt ausfallen. Zusätzlich gibt es die Förderung über vermiedene Netzentgelte, welche man aktuell bis 31.12.2022 nicht nur beantragen kann, sondern bis dahin muss das Kraftwerk am Netz sein und aktuell plant man mit 4 Jahren Umsetzungszeitraum für das GuD, d.h. es muss jetzt entschieden werden über Ausstieg und Neubau, um die Förderung mitzunehme Die Finanzierung des Nahverkehrs kann also gewährleistet werden.

 

Bedeutet der Kohleausstieg, dass die Wärme mehr kostet?

Nicht zwangsläufig. Gegenwärtige Berechnungen der Stadtwerke gehen davon aus, dass durch die oben genannten Förderungen und Einsparmöglichkeiten der Fernwärmepreis nicht steigen wird. Im Gegenteil, dadurch, dass die zukünftige Wärme deutlich umweltfreundlicher erzeugt wird, entfallen die Kosten für die Nachrüstung des Kraftwerks Lippendorf mit Filtern und die Kostensteigerungen durch steigende CO2-Preise. Bereits jetzt schreibt das Kraftwerk Lippendorf rote Zahlen (2016 wurde es vom EPH-Konzern mit mehren Millionen Euro finanziell unterstützt), diese Mehrkosten werden vermutlich sonst auf die Leipziger Wärmekunden umgelegt. Darüber hinaus wir Strom immer billiger und es gibt schon erste Flat-Tarife. Verdient werden kann vor allem mit Wärme, Anlagen und Netzentgelten, d.h. die Investition ist also eine Investition in die wirtschaftliche Profitabilität der SWL (und damit auch der LVB; siehe oben)

 

Steigen die CO2-Emissionen durch ein weiteres Kraftwerk nicht an?

Für die Leipziger CO2-Bilanz ist das GuD natürlich zunächst negativ. Dies ist aber nur relevant, wenn man annimmt, dass die Fernwärmelieferungen an Leipzig unerheblich für das Kraftwerk Lippendorf sind. Allerdings war die Nutzung der Fernwärme schon in den Neunzigerjahren ausschlaggebend dafür, dass das damals neue Braunkohlekraftwerk in Lippendorf überhaupt gebaut wurde. Sonst wäre bereits damals einer klimafreundlicheren Lösung Vorrang gegeben worden.

Heutzutage gilt der Einspeisevorrang für erneuerbare Energien, nur Kraftwerke, de auch Wärme produzieren, sind davon ausgenommen. Wenn das Kraftwerk in Lippendorf keine Fernwärme mehr produziert, muss es also deutlich flexibler betrieben werden. Dies werde ich später erläutern.

Wird das Kraftwerk Lippendorf an nur dreißig weiteren Tagen mit halber Leistung betrieben oder an nur fünfzehn Tagen im Jahr abgeschaltet, weil genug erneuerbarer Strom im Netz ist, so wären die CO2-Emissionen des neuen Gaskraftwerkes für ein Jahr bereits eingespart. Gerade an windreichen Januartagen trifft dieser Fall oft genug zu, da Lippendorf nur weiterläuft um Leipzig zu heizen und der produzierte Strom quasi verschenkt wird. D.h. für die sächsische, bundesweite, globale gesamtgesellschaftliche Bilanz ist es positiv.

 

Warum ist ein flexibles Gaskraftwerk besser als ein Braunkohlekraftwerk?

Im Gegensatz zu einem Gaskraftwerk, dass innerhalb von zwei Minuten hochgefahren ist und ebenso schnell und einfach auf jede beliebige Leistung gedrosselt werden kann, kann ein Braunkohlekraftwerk nur sehr behäbig auf den aktuellen Strom- und Wärmebedarf reagieren. So braucht das Kraftwerk in Lippendorf zum Anfahren 12-48 Stunden und mehrere tausend Tonnen Öl. (Man vergleiche hier den Aufwand, den man zum Entzünden eines Holzfeuers und einer Gasflamme benötigt.) Ein Gaskraftwerk kann also die Lücken auf dem Strommarkt, die entstehen, wenn weder Sonne scheinen noch Wind weht, ausgleichen. Die dabei anfallende Wärme kann, wenn sie nicht sofort gebraucht wird, in den geplanten Wärmespeichern für später „gelagert“ werden, umgekehrt muss das Kraftwerk also nicht sofort anfahren, wenn gerade Wärme, aber kein Strom gebraucht wird.

 

Entstehen durch ein neues Kraftwerk nicht mehr Luftschadstoffe in Leipzig?

Erdgas ist im Vergleich zur Braunkohle aus den Tagebauen südlich von Leipzig ein sehr sauberer Energieträger. So werden im Kraftwerk Lippendorf pro Jahr (Messung nach allen Filtern) folgende Mengen Schadstoffe freigesetzt (Vergleich mit Gas- Dampfturbinenkraftwerk der Stadtwerke in der Eutritzscher Straße)

Schadstoffe:

Kraftwerk Lippendorf (L)

Heizwerk der Stadtwerke (S)

 

Kohlenstoffdioxid (CO2)

L: 10.800.000.000 kg

S:      304.000.000 kg

 

Lachgas (N2O; sehr starkes Treibhausgas)

L: 125.000 kg

 

S:   10.900 kg

 

Schwefeloxide (SOx/SO2)

L: 10.600.000 kg

S: weniger als 1 kg

 

Stickoxide (NOx/NO2)

L: 8.660.000 kg

S: unter der Messgrenze

 

Feinstaub (PM10)

L: 95.800 kg

S: unter der Messgrenze

 

Halogenverbindungen (Chlor; Fluor)

L: 52.190 kg

S: weniger als 1 kg

 

Schwermetalle/-verbindungen (sehr giftig; schädigt Nervensystem)

L: 755 kg

S: 0 kg

 

Es ist also erkennbar (Quelle: Schadstoffregister d. Umweltbundesamtes thru.de; eig. Berechnungen), dass ein Gaskraftwerk deutlich weniger gefährliche Schadstoffe ausstößt, ob wohl es nur ein Zwölftel der elektrischen Leistung von Lippendorf hat. Sollten durch ein Gaskraftwerk die Feinstaub- und Stickoxidemissionen in Leipzig um einige Prozentpunkte steigen, so wird dies jedoch mehr als kompensiert durch die Einsparung hochgiftiger Schadstoffemissionen.

Das Kraftwerk Lippendorf verursacht durch Luftschadstoffe Schäden (durch höheres Krankeitsrisiko und entsprechende Arbeitsausfälle) in höhe von mehr als 677  Millionen Euro pro Jahr, wie eine Untersuchung der Europäischen Umweltbehörde zeigt. (Quelle: Revealing the costs of air pollution from industrial facilities in Europe (2011). – Report by EEA https://www.eea.europa.eu/publications/cost-of-air-pollution)

Was bedeutet ein Kohleausstieg in Leipzig für die Energiewende?

Die Leipziger Stadtwerke sind als kommunales Unternehmen nicht den Gewinnerwartungen von Aktionären sondern dem Gemeinwohl der Leipziger Einwohner verpflichtet. Ein solcher mittelgroßer Akteur kann besser auf Marktveränderungen reagieren und fortschrittliche Technologien erproben. Gerade mittelgroße Akteure sind für das Gelingen der Energiewende also notwendig. Die Stadtwerke Leipzig sammeln auch zunehmend Erfahrungen auf diesem Gebiet und präsentieren das deutsche Modell kommunaler Unternehmen auch in internationalen Delegationen.

 

 

Warum fördert ein neues Gaskraftwerk und die Leipziger Wärmewende die regionale Wertschöpfung?

Durch die Wärmewende, wie sie von den Stadtwerken Leipzig geplant wird, entsteht insgesamt eine regionale Wertschöpfung von 740 Millionen Euro. Jeder investierte Euro der Leipziger Stadtwerke führt zu weiteren rund 1,90 Euro Wertschöpfung in der Stadt Leipzig. Der öffentliche Haushalt in Leipzig profitiert weiterhin von rund 6 Millionen Euro direkten Steuereinnahmen jährlich.

Insbesondere Tiefbauunternehmen, Handwerker und Ingenieurbüros profitieren von einem nachhaltigen Beschäftigungseffekt von durchschnittlich 77 Vollzeitäquivalenten pro Jahr

Durch den Betrieb der neuen Erzeugungsanlagen können die Leipziger Stadtwerke nach einer ersten Abschätzung bis zu 80 weitere Arbeitsplätze schaffen.

 

Warum wollen die Stadtwerke Lieber ein Kraftwerk in Leipzig bauen, als Wärme aus Lippendorf einzukaufen?

Da die Stadtwerke bisher die Fernwärme größtenteils einkauften, konnten sie die Erzeugungspreise und die Art der Erzeugung nicht beeinflussen. Bisher war man also immer von Entscheidungen eines internationalen, undurchsichtigen Konzerns, der einem tschechischen Multimillionär gehört, der EPH, abhängig. Das ist im Moment eine äußerts ungünstige Lage, da man so eine Versorgungssicherheit nicht unbedingt immer gewährleisten kann. Denn der Strom wird immer billiger und wenn ich mit Strom kein Geld mehr verdienen lässt ist unklar, wie lange EPH/LEAG im Geschäft bleibt. Dazu kommen strengere Grenzwerte für Quecksilber und Feinstaub (ab 2022?), welche Lippendorf aktuell nicht einhält und wofür Investitionen nötig sind und man ungern in etwas investiert, was keinen Profit bringt. Das heißt, die Versorgungssicherheit für Leipzig ist momentan unklar, selbst wenn politisch der Ausstieg erst für 2038 vorgesehen sein sollte und eine eigene Wärmeerzeugung durch die SWL würde diese Unsicherheiten überwinden.

Da zudem ein Zwischenhändler eingespart wird, würden die Gewinne aus dem Wärmeverkauf nach einem Kohleausstieg und durch den Betrieb des Kraftwerks in Eigenregie der Stadtwerke ausschließlich für die Stadt Leipzig anfallen. Zudem gewinnen so die Leipziger die Chance, über ihre Energieversorgung mitzubestimmen.

 

Läuft der Vertrag zur Fernwärmelieferung 2023 aus?

Nein, der Vertrag mit Lippendorf läuft über 2023 hinaus, aber zu 2022 gibt es die nächste Kündigungsmöglichkeit seitens der Stadtwerke. Das heißt ohne eine Kündigung würde der Vertrag einfach weiter laufen.

 

Wer entscheidet über den Ausstieg?

Die erste Entscheidung wird in Kalenderwoche 25, also Mitte Juni durch den Aufsichtsrat der Stadtwerke getroffen. Danach musst dann Anfang Juli der Aufsichtsrat der Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH darüber entscheiden. Da die Stadt 100%iger Anteilseigner ist, ist deren oberster Vertreter der Oberbürgermeister.

 

Erdgas ist ebenso wie Kohle ein fossiler Energieträger, warum steigt Leipzig nicht konsequent aus diesen aus?

Erdgas dient hier als bekannte und erprobte Brückentechnologie. Nach der Einschätzung von Energieexperten (Pao-Yu Oei) ist es zwar ebenfalls möglich und langfristig günstiger, direkt auf erneuerbare Energien umzusteigen, allerdings sehen die Stadtwerke hierbei ein zu großes Risiko, sich für die falsche Technologien zu entscheiden. Daher wurde, auch um die Versorgungssicherheit zu garantieren, der Weg über die Brückentechnologie Gas gewählt.

Dabei sind Gaskraftwerke überaus flexibel einsetzbar und können so die Einbindung erneuerbarer Energien in bestehende Wärme- und Stromnetze unterstützen. Zudem besteht mit dem bestehenden Gas- und Dampfturbinenkraftwerk in der Eutritzscher Straße und einigen Blockheizkraftwerken bei den Stadtwerken bereits Erfahrung mit dieser Technologie.

 

Warum bauen die Stadtwerke ein großes neues Kraftwerk, anstelle auf dezentrale Lösungen zu setzen?

Dezentrale Lösungen mit vielen kleinen Blockheizkraftwerken sind zwar deutlich flexibler einsetzbar, allerdings in Investition und Unterhalt deutlich teurer als ein Großkraftwerk. Hier wurde unter Berücksichtigung sozial verträglicher Wärmepreise also nicht das theoretisch Mögliche ausgereizt. Zugleich setzen die Stadtwerke ergänzend zu den beiden Großkraftwerken auf intelligente Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und experimentieren mit erneuerbaren Wärmequellen. Insbesondere sollen abseits des Haupt-Fernwärmenetzes kleinere Niedertemperatur-Wärmenetze entstehen, die erneuerbaren und dezentralen Wärmequellen das Einspeisen ermöglichen.

 

Der Klimaschutz erfordert eine vollständige Dekarbonisierung der Energieerzeugung, wie geht das mit dem fossilen Energieträger Erdgas?

Erdgas als Brückentechnologie ist momentan eine CO2-sparende und flexible Möglichkeit, der Energiebereitstellung. Allerdings kann und soll es nach den Plänen der Stadtwerke zu einem Teil durch Biogas (hergestellt aus dem Abfall, der mit der Biotonne gesammelt wird) und durch erneuerbare, synthetische Gase ersetzt werden. Diese können aus überschüssigem erneuerbarem Strom hergestellt werden, um so erneuerbare Energien zu speichern. Da jedoch ein vollständiger Ersatz von fossilem durch erneuerbares Gas nicht erwartbar und ökologisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll ist, muss auch diese Brückentechnologie schnellstmöglich durch alternative erneuerbare Energien ersetzt werden.

Das geplante Gaskraftwerk soll nach circa zehn bis zwanzig Jahren vollständig abgeschrieben sein. Daher ist es erforderlich, diese Transformation so schnell wie möglich zu vollziehen, um möglichst bald die Brückentechnologie Gas zu ersetzen.

 

Warum ist der Kohleausstieg der Stadtwerke jetzt so umstritten?

Durch die Umsetzung der Entscheidung, keine Fernwärme aus Lippendorf mehr zu beziehen, wird es sehr wahrscheinlich, dass das Kraftwerk Lippendorf aus betriebswirschaftlichen Gründen (Das Kraftwerk Lippendorf schreibt seit Jahren rote Zahlen, wie Daten aus den Jahresberichten des Unternehmens zeigen.) sowie aufgrund der hohen Schadstoffemissionen und des geplanten Kohleausstiegs verfrüht vom Netz geht. Dies war auch eine Hauptmotivation für den frühen Kohleausstieg der Stadtwerke, die Versorgungssicherheit war schlicht nicht mehr gegeben.

Gleichzeitig bedeutet das auch, dass das umstrittene Tagebaufeld Groitzscher Dreieck nicht eröffnet werden muss, die Orte Pödelwitz und Obertitz gar nicht mehr für eine Abbaggerung in Frage kommen.  Da zwar eine überwiegende Mehrheit der Deutschen von mehr als 90% den Klimaschutz für ein wichtiges Thema hält, aber es vor allem in Ostdeutschland politische Kräfte gibt, die sich dieser Realität und der Klimakrise verweigern. So haben beispielsweise die Vertreter der CDU im Aufsichtsrat der Stadtwerke der neuen Fernwärmestrategie zugestimmt, da sie versorgungspolitisch und betriebswirtschaftlich sinnvoll sind, allerdings torpedieren ihre Parteikollegen dieses Konzept wider besseres Wissen.

 

Warum macht der BUND eine Stromwechselkampagne, wenn es doch um Wärme geht?

Den Stromanbieter zu wechseln ist einfach und geht schnell, es gibt hier eine große Auswahl, auch an unabhängigen Ökostromanbietern wie beispielsweise Naturstrom, Lichtblick oder Greenpeace Energy. Entsprechend umkämpft ist dieser Markt und die Aufforderung an die Stadtwerke, sich für eine nachhaltige Energiezukunft einzusetzen, umso wirkungsvoller.  Hingegen ist ein Anbieterwechsel auf dem Fernwärmemarkt zwar theoretisch denkbar, da die Stadtwerke den Netzzugang für jeden, der über die technischen Voraussetzungen verfügt, bereitstellen müssen, allerdings mangels bestehenden Alternativen nicht umsetzbar.

 

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