BUND Leipzig

Natur schützen - auch vor Investoren

30. November 2023 | Stadtentwicklung und Verkehr

Protest gegen unerlaubte Baumfällungen für geplante Luxusapartments

Leipzig. 30.11.2023. Für die Errichtung von Luxusapartments in der Hohlbeinstraße 6a wurden vergangenen Freitag Bäume und weitere Grünstrukturen beseitigt. Laut eines Berichts der Stadt war dies jedoch nicht genehmigt. Am Sonnabend wurden die Fällungen trotz Untersagung abgeschlossen. Der BUND Leipzig ruft gemeinsam mit Stadtrat der Grünen Jürgen Kasek, dem NABU und dem Ökolöwen alle Bürger*innen für den 30.11., 18 Uhr zu einer Demonstration in der Holbeinstr. 6 auf. Ziel ist es, entgegen von Einzelinteressen das Interesse der Allgemeinheit an einer gesunden Umwelt sichtbar zu machen.  

In der Holbeinstraße 6 a sollen Luxusapartments errichtet werden. Obwohl Uferbereiche nach dem sächsischen Wassergesetz eigentlich von der Bebauung freizuhalten sind, wurde durch die Stadt eine Ausnahmegenehmigung erteilt. „Die Belange des Natur- und Uferschutzes scheinen nachrangig zu sein. Die Stadt teilte uns mit, dass die Ausnahmegenehmigung aufgrund einer unbilligen Härte erteilt wäre. Worin diese unbillige Härte bestehen soll, erschließt sich uns nicht und wurde auch in einer Einwohneranfrage nicht rechtssicher ausgeführt“, so Melanie Lorenz, stellvertretende Vorsitzende des BUND Leipzig.

Obwohl Anwohner*innen und der BUND Leipzig Widersprüche eingereicht haben, ist nichts geschehen. Am Wochenende wurden sämtliche Grünstrukturen ohne entsprechende Begleitung komplett entfernt, obwohl es laut Anwohner*innen eine Untersagung dafür gegeben haben soll. Anwohner*innen berichten im konkreten Fall zudem auch von Beschädigungen von Bäumen auf Nachbargrundstücken.

„Sicher ist die Nahverdichtung in der wachsenden Stadt sinnvoller als eine weitere Flächenversiegelung und ein Ausgreifen der Städte. Jedoch entsteht mehr und mehr der Eindruck, dass Belange des Naturschutzes innerhalb der Stadtverwaltung nur eine untergeordnete Priorität haben“, fügt Lorenz hinzu.

Hinzu kommt der Umstand, dass die Stadtverwaltung selber einschätzt, dass Bußgelder bei Verstößen gegen das Naturschutzgesetz keine regulierende Wirkung haben und nicht dazu führen, dass Bauherrn achtsamer mit der Natur umgehen.

Wir können nicht zulassen, dass das Interesse von einzelnen über dem Interesse der Allgemeinheit an einer gesunden Umwelt und dem Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen steht. Kommt daher zahlreich und seid laut mit uns!“, ruft Lorenz abschließend auf.

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