Capa-Wäldchen am Cottaweg: Bewegung ist kein Selbstläufer – BUND Leipzig schließt rechtliche Schritte nicht aus

18. September 2026

Die aktuelle Debatte um die Rettung des ökologisch unersetzlichen Capa-Wäldchens zeigt eine deutliche Bewegung in der Stadtverwaltung. Die von Oberbürgermeister Burkhard Jung neu eingebrachten Varianten, die den Erhalt des Waldgebiets durch eine Verlagerung der Kleinmesse auf die Festwiese sichern sollen, sind ein direktes Resultat des massiven zivilgesellschaftlichen Drucks der vergangenen Monate.

Leipzig, 18. September 2026

Die aktuelle Debatte um die Rettung des ökologisch unersetzlichen Capa-Wäldchens zeigt eine deutliche Bewegung in der Stadtverwaltung. Die von Oberbürgermeister Burkhard Jung neu eingebrachten Varianten, die den Erhalt des Waldgebiets durch eine Verlagerung der Kleinmesse auf die Festwiese sichern sollen, sind ein direktes Resultat des massiven zivilgesellschaftlichen Drucks der vergangenen Monate.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Leipzig stellt jedoch klar: Eine Bewegung bedeutet noch keine Rettung. Jeder Kompromiss, der zu einer Verschlechterung der Biotopsituation führt, ist für den BUND untragbar. Sollte es zu realen Eingriffen in den Waldbestand kommen, behält sich der Verband explizit die Prüfung rechtlicher Schritte vor.

Dass die Stadtverwaltung nach unserem gemeinsamen Protest mit über 2.000 Menschen im Juni nun nach Alternativen sucht, um die Totalrodung abzuwenden, ist ein Teilerfolg", erklärt Lisa Falkowski, Vorstandsmitglied des BUND Leipzig. „Aber wir warnen ausdrücklich vor verfrühtem Optimismus. Die derzeit diskutierte ‚Variante 1', bei der immer noch rund 9 Prozent des Waldes für Trainingsplätze von RB Leipzig geopfert werden sollen, ist eine Mogelpackung. Natur ist keine Manövriermasse. Für uns gilt: Nur 100 Prozent Walderhalt sind echter Walderhalt."

Der BUND Leipzig verweist auf die historische Vereinbarung aus dem Jahr 2011. Bereits damals wurde im Zuge des Baus des RB-Trainingszentrums deutlich gemacht, dass sich das jetzige Capa-Wäldchen als dauerhafte ökologische Ausgleichsfläche frei entwickeln darf. Dass dieser bestehende Kompromiss nun für die wirtschaftlichen Interessen eines Großvereins erneut beschnitten werden soll, konterkariert jegliche Glaubwürdigkeit städtischer Naturschutzpolitik.

Das Capa-Wäldchen erfüllt eine essenzielle Funktion im Leipziger Biotopverbund: Es stellt die letzte schmale Verbindung zwischen dem nördlichen und dem südlichen Auwald dar. Eine Fragmentierung oder Verkleinerung dieser Kernfläche würde diesen lebenswichtigen Wanderkorridor für Pflanzen und geschützte Tierarten wie Fledermäuse und Brutvögel unwiederbringlich schwächen. Zudem besitzt das Areal im Zuge der eskalierenden Klimakrise eine unersetzliche Kühlungs- und Schutzfunktion für das lokale Stadtklima.

Theoretisch brauchen wir nicht nur den Erhalt des Status quo sondern auch eine Planung, die die Biotopsituation vor Ort verbessert. Auch der jetzige Zustand ist bekanntermaßen für den Wald unzureichend”, so Lisa Falkowski weiter. „Wir werden den weiteren Prozess sehr genau und kritisch begleiten. Sollte der Stadtrat dennoch Beschlüsse fassen, die eine Rodung oder Verschlechterung dieses sensiblen Biotops zulassen, werden wir alle uns zur Verfügung stehenden Mittel prüfen, um die Zerstörung des Capa-Wäldchens zu verhindern. Bereits am 29.09. um 19 Uhr findet dazu die nächste Demonstration vom Südplatz zum Rathaus statt."

Erst wenn sichergestellt ist, dass der Wald erhalten bleibt und alle Verantwortlichen an einer Verbesserung des Status Quo für den Wald arbeiten, sind wir erfolgreich.

 

Pressekontakte:

Roxana Becker, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: roxana.becker(at)bund-leipzig.de

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