BUND Leipzig

Mehr Grün für den „Grünen Bahnhof Plagwitz“

27. Dezember 2021 | Biodiversität, Natur- und Artenschutz, Stadtentwicklung und Verkehr

 (Mascha Böhm)

Leipzig. 27.12.2021. Der BUND Leipzig lehnt den vorliegenden Bebauungsplanentwurf zum „Grünen Bahnhof Plagwitz - Nordteil“ in Teilen ab. Statt der geplanten Bebauung fordert die Regionalgruppe eine Erweiterung des bestehenden Bürgerparks. Die Stadt Leipzig plant für den Nordteil des Geländes zwischen Gleisanlage und Grünfläche Bestandssanierungen und Neubauten für Gewerbezwecke. Im nördlichen Bereich soll es zusätzlich auch Neubauten zum Wohnen geben.

„Gegen die Sanierung der alten Güterschuppen und Neubauten entlang der Gleisanlage haben wir grundsätzlich nichts einzuwenden“, sagt Josephine Michalke, stellvertretende Vorsitzende des BUND Leipzig. „Aber die Fläche zwischen Ladestraße West und Radweg soll entsiegelt und begrünt werden.“, fügt Michalke hinzu. Das bisherige Bauvorhaben sieht jedoch eine gewerbliche Nutzung vor. Der BUND bezweifelt die Notwendigkeit von Neubauten an dieser Stelle und weist auf viele leerstehende Gebäude im Leipziger Westen hin, die für Kleingewerbe nutzbar sind. Ein gutes Beispiel ist das Kaufhaus Held in der Endersstraße.

„Freie Flächen sind in Leipzig inzwischen zu kostbar, um sie ohne zwingenden Grund zu bebauen“, erklärt Elke Thiess, stellvertretende Sprecherin des Leipziger BUND Arbeitskreises Natur- und Artenschutz. „Der Plagwitzer Bürgerbahnhof ist im Landschaftsplan als Teil einer wichtigen Grünverbindung und Erholungsschwerpunkt ausgewiesen. Die Fläche hat eine hohe Bedeutung als Frisch- und Kaltluftschneise sowie als Verbundelement für Biotope. Viel zu viele Grün- und Freiflächen wurden in den letzten Jahren versiegelt und bebaut. Hier bietet sich die Gelegenheit, ein Stück Grün zurückzugewinnen“, so Elke Thiess weiter.

Der BUND beanstandet in diesem Zusammenhang die Baufeldfreimachung mit umfangreichen Rodungen von Bäumen und Sträuchern Anfang Dezember. Hier wird erneut versucht vor Inkrafttreten eines gültigen B-plans vollendete Tatsachen zu schaffen. Selbiges geschah bereits am Wilhelm-Leuschner-Platz.

 

Weiterführende Informationen:

Bebauungsplan Stadt Leipzig

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