Hochwasserschutz ernst nehmen

06. Juni 2013

Hochwasserschutz ist eine wichtige Aufgabe. Hochwasser und Überschwemmungen gehören zum normalen Geschehen an Flüssen dazu. Dass es aufgrund der extremen Wetterereignisse zu verheerenden Überschwemmungen kommen kann, ist leider nicht auszuschließen oder gänzlich zu verhindern

Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Wahrscheinlichkeit von Extremwetterereignissen aufgrund des Klimawandels weiter zunehmen wird. Umso bedauerlicher ist es, dass OBM letzte Woche eine Einladung vom BUND Leipzig zur öffentlichen Unterzeichnung der Bürgerenergiewende-Charta unbeantwortet ließ. Starkregenereignisse, die jetzt zum Hochwasser geführt haben, werden in Zukunft vermutlich mit steigender Wahrscheinlichkeit auftreten.

Die Gesellschaft muss daher Abstand nehmen von der Illusion, die Natur beherrschen zu können. Dies haben auch die aktuellen Ereignisse wieder schmerzhaft gezeigt. Dank gilt dabei zunächst all jenen, die im unermüdlichen Einsatz Schlimmeres verhindert haben. In der aktuellen Situation nunmehr gegen die Umweltverbände zu wettern, wie dies der OBM tut, zeugt von einer beachtlichen Instinkt- und Kenntnislosigkeit des Themas. Der BUND hofft, dass diese verbale Entgleisung eine Eintagsfliege bleibt und fordert OBM Jung auf, konstruktiv nach Lösungsansätzen zu suchen, welche Mensch und Natur gleichermaßen gerecht werden. Dazu gehört zum Beispiel den Auwald, welcher Wasser benötigt, nicht vor dem Wasser zu schützen, sondern dort wo möglich als Retentionsfläche zu nutzen.

"Wir müssen uns sehr intensiv mit dem aktuellen Hochwasser auseinandersetzen und analysieren, was geklappt hat und was nicht. Die Aussagen des Oberbürgermeisters Herrn Jung, der mitgeteilt hat, er habe keine Lust über Bäume zu reden und die Aufweichung der Gesetze fordert, stimmen uns als Umweltschützer sehr bedenklich", so Jürgen Kasek Co- Vorsitzender des BUND Leipzig.

Martin Hilbrecht, Co-Vorsitzender der Regionalgruppe des BUND Leipzig: "Gerade die Umweltverbände haben in den letzten Jahren mit Fachexpertisen und Stellungnahmen immer wieder auf umweltverträgliche Alternativen zum rein technischen Hochwasserschutz hingewiesen und immer wieder gefordert, dass die Flüsse mehr Raum und Retentionsflächen brauchen. Die Äußerungen von Herrn Jung sind leider nicht geeignet, den konstruktiven Dialog über den sinnvollsten und besten Hochwasserschutz zu führen."

Der BUND Leipzig stellt fest, dass vor allen Dingen die Nutzung des Zwenkauer Sees und des Leipziger Auwaldes als Retentionsflächen Druck von den Deichen genommen haben. Der Leipziger Auwald ist ein natürliches Überschwemmungsgebiet. Statt einzig und allein auf technischen Hochwasserschutz zu setzen, müsse weiter geprüft werden, wo der Weißen Elster mehr Raum gegeben werden kann. Statt mit Forderung nach Gesetzesaufweichung muss dabei zunächst die Situation umfassend analysiert werden. Dass sich der Oberbürgermeister mit einer Analyse nicht aufhält und stattdessen den Umweltschützern, wie dem BUND den schwarzen Peter zuschiebt, ist traurig. Dies vor allen Dingen auch deswegen, da sich Herr Jung in die Diskussionen zum Hochwasserschutz in Leipzig bislang in keiner Weise eingebracht hat.

Der BUND hat Herrn Jung ausdrücklich zur Wiederwahl in einem offenen Brief gratuliert und angeboten, ihn bei der Arbeit im konstruktiven Miteinander zu unterstützen. An diesem konstruktiven Dialog im Interesse der Einwohner Leipzigs und der Natur scheint Herr Jung nach seinen letzten Äußerungen im Interview mit der LVZ kein Interesse zu haben.

Der BUND bedauert dies ausdrücklich und weist daraufhin, dass die Gesetze ausreichend Spielraum geben.

Der BUND wird sich auch weiterhin für einen umweltverträglichen Hochwasserschutz im Sinne der Einwohner Leipzigs einsetzen und sich weiterhin dafür stark machen, dass die Flüsse mehr Breite statt mehr Höhe brauchen, denn damit ist Mensch und Natur gleichermaßen geholfen.  

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